Wie entsteht ein Parfüm?

Zuerst ist immer die Idee. Das Parfüm, das kreiert werden soll, entsteht zuerst im Kopf. Dabei kann man es mit Argumenten beschreiben wie z.B. hell, Licht, erfrischend, Sommer, wie ein sanfter Wind vom Meer, die Wärme der Sonne etc. Der Parfümeur teilt die Parfüme in typische Kategorien ein wie z.B. Fougre, Grün oder Pudrig. Dann wird entschieden welche Akkorde man einsetzt (Eine ausgewogene Mischung aus 1 oder mehreren Duftstoffen). Bei einer Auswahl von ca. 3500 Ausgangsstoffen sind die Möglichkeiten schier unbegrenzt. Aber es kann auch mal nur eine Idee sein, aus einem bekannten Duft oder einem Duftstoff ein Parfüm zu machen (z.B. aus Mandarine). Neben dem Eröffnungsduft (Kopfnote, also dem Duft den man unmittelbar wahrnimmt beim Auftragen), muss auch der Verlauf des Duftes über Zeit beachtet werden. Wie soll der Duft sich verhalten? Wie riecht er am Abend oder nach einem halben Tag auf der Haut? Viel läuft danach über ausprobieren, verdünnen, erneut versuchen, Akkorde anpassen. 

Wenn das grobe Konstrukt (Rezept) parat ist, dann beginnt der Feinschliff. Z.B. die Fruchtnoten etwas anheben, etwas mehr Tiefe und Diffusion bei der mittleren Note so, dass die einzelnen Noten, wie auch der Gesamteindruck, des Duftes abgerundet und harmonisch erscheint.

Die einzelnen Bestandteile des Parfümkonzentrates können miteinander reagieren (das ist sogar manchmal gewünscht) und so verändert sich der Duft weiter. Das Parfüm reift also quasi in der Flasche nach. Das kann bedeuten, dass wie bei einem Whisky, das Parfüm vor der weiteren Verarbeitung noch eine Ruhe- und Reifephase braucht.

Am Ende ist immer der Test auf der Haut. Da die Duftstoffe sich mit dem Eigenduft der Haut verbinden, aber auch reagieren, kann der eigentliche Duft erst auf der Haut ermittelt werden. Und dieser kann sich von Person zu Person noch unterscheiden.

Je nach Inhaltsstoffen, wird dann noch ein Antioxidant hinzugegeben (z.B. Vitamin-E Acetat), um es gegen die Reaktion mit Sauerstoff zu schützen. Und ein Fixativ um die Duftstoffe möglichst lange auf der Haut zu erhalten.

Zusammenfassend kann man sagen, ein Parfüm zu kreieren ist wie das Komponieren eines Musikstückes; Es hat einen Start, einen Mittelteil und ein Ende. Einzelne Passagen brauchen viel Arbeit und Beachtung, damit am Ende ein hervorragendes und harmonisches Gesamtwerk entsteht. Nicht selten dauert diese Entwicklung mehrere Monate bis Jahre.